Olympische Spiele

Olympische Flagge mit den RingenDie Olympischen Spiele sind ein sportliches Großereignis, das alle vier Jahre stattfindet. Ursprünglich wurden sie in Olympia im antiken Griechenland abgehalten. Für die Dauer der Spiele sollten alle kriegerischen Auseinandersetzungen unter den Griechen ruhen. Im ausgehenden 19. Jahrhundert rief der französische Baron Pierre de Coubertin die Idee der Olympischen Spiele wieder ins Leben. Neben dem sportlichen Aspekt hatte er dabei auch die Idee der Völkerverständigung im Blick.

   Auf Coubertins Anregung finden seit 1896 wieder Olympische Spiele statt (die Modernen Olympischen Spiele). Als Olympischen Sommerspiele sollten sie alle vier Jahre veranstaltet werden. Ausnahmen gab es während der beiden Weltkriege. Im Jahr 1924 wurden zum ersten Mal zusätzlich zu den Sommerspielen auch Olympische Winterspiele veranstaltet. Die Winterspiele fanden bis 1992 im selben Jahr wie die Sommerspiele statt. Seit 1994 sind sie um zwei Jahre versetzt.

     Nach den Olympischen Spielen werden in den jeweiligen Veranstaltungsorten seit 1960 (Sommer) beziehungsweise 1976 (Winter) auch die Paralympics ausgetragen, der wichtigste internationale Wettbewerb für Behindertensportler. Von 1912 bis 1948 fanden auch olympische Kunstwettbewerbe statt. In den Jahren 1924, 1932 und 1936 wurde mit dem Prix olympique d'alpinisme auch ein Preis für herausragende Leistungen im Bereich des Bergsteigens vergeben.

     

Olympische Spiele der Antike

 

    Der Ursprung der Olympischen Spiele der Antike liegt vermutlich im 2. Jahrtausend v. Chr. Der Überlieferung nach sollen die ersten regelmäßigen Spiele im griechischen Olympia im Jahre 776 v. Chr. stattgefunden haben. Dieser Zeitpunkt wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. aus den Siegerlisten rekonstruiert. Die Periode zwischen zwei Spielen hieß Olympiade. Die Zählung nach Olympiaden wurde als Zeitmaß in der gesamten griechischen Antike verwendet.

     In der Anfangszeit gab es nur einen Wettlauf über die Distanz des Stadions (192,27 Meter). Die Spiele erhielten mit der Zeit eine immer größere Bedeutung. Sie waren keine Sportveranstaltung in unseren heutigen Sinne, sondern ein religiöses Fest, das zu Ehren des Göttervaters Zeus und des göttlichen Helden Pelops durchgeführt wurde. Fünf Tage dauerten die Spiele in ihrer Blütezeit der erste Tag war bestimmt von kultischen Zeremonien, wie Weihehandlungen und dem Einzug der Athleten, Schiedsrichter und Zuschauer in den heiligen Hain von Olympia.

     Die olympischen Spiele fanden immer Mitte Juli statt. Die Sportler mussten einen Monat vorher da sein, um ihr Können den Oberschiedsrichtern vorzuführen. Wer von diesen für geeignet gehalten wurde, war für die Wettkämpfe qualifiziert.

      Die eigentlichen Spiele begannen mit dem Umzug aller Beteiligten - Sportler, Betreuer, Schiedstrichter und Zuschauer -, der zum Tempel des Zeus führte. Hier schworen die Sportler, sich an die Regeln der Spiele zu halten. Die Wettkämpfe selbst wurden mit höchster Leidenschaft ausgetragen. Nur der Sieg zählte. Die Sieger erhielten einen Siegeskranz aus Olivenzweigen sowie ein Stirnband. Man sah sie als von den Göttern begünstigt an und verewigte sie mit Gedichten und Statuen. Jede Niederlage - sogar schon ein zweiter oder dritter Platz - galt als untilgbare Schmach. Die Verlierer kehrten unglücklich und auf Schleichwegen in ihre Heimat zurück, um dem Spott zu entgehen, der sie erwartete. Als berühmtester Olympionike aller Zeiten galt der Ringer Milon von Kroton.

     Mit der Zeit stieg die Anzahl der Wettbewerbe auf zwanzig an, unterteilt in Leichtathletik, Schwerathletik, Pentathlon und Reitwettbewerbe.

     Als die Römer im Jahr 148 v. Chr. Griechenland eroberten, verloren die Olympischen Spiele ihren panhellenistischen Charakter von nun an war es auch nicht-griechischen Athleten gestattet, teilzunehmen. Vermutlich zum letzten Mal fanden die Spiele im Jahr 393 n. Chr. statt, bevor der römische Kaiser Theodosius I. im Jahr 394 alle heidnischen Zeremonien verbieten ließ. Fest steht, dass die Spiele nicht nach 426 n. Chr. ausgetragen werden konnten, da in diesem Jahr ein Brand den Zeus-Tempel zerstörte. Eroberungsfeldzüge, Überschwemmungen, Erdrutsche und Erdbeben zerstörten die Anlagen weitgehend.

      

Wiedergeburt der Olympischen Idee

     Die olympische Idee ging nicht ganz verloren. So fanden in England während des 17. Jahrhunderts mehrmals olympische Wettkämpfe statt, später auch in Frankreich und Griechenland. Sie waren jedoch allesamt eher kleine Veranstaltungen mit bestenfalls überregionalem Charakter. Als erste ernsthafte Vorläufer der modernen Olympischen Spiele gelten die Olympien, die zwischen 1859 und 1888 regelmäßig in Griechenland stattfanden; Otto I., König von Griechenland gab hierzu den Anstoß.

     Nachdem 1766 die Sport- und Tempelanlagen in Olympia wieder entdeckt worden waren, begannen 1875 groß angelegte archäologische Ausgrabungen unter deutscher Leitung. Um diese Zeit kam in Europa die romantisch-idealistische Antiken-Rezeption immer mehr in Mode; der Wunsch nach einer Wiedererweckung des olympischen Gedankens verbreitete sich. So sagte Baron Pierre de Coubertin damals: Deutschland hatte das ausgegraben, was vom alten Olympia noch vorhanden war. Warum sollte Frankreich nicht die alte Herrlichkeit wieder herstellen?

      Nach de Coubertins Meinung war die mangelnde körperliche Ertüchtigung der Soldaten eine der Hauptursachen für die Niederlage der Franzosen im Deutsch-Französischen Krieg (1870-71). Er strebte danach, diesen Zustand durch die verbindliche Einführung von Sportunterricht an den Schulen zu verbessern. Gleichzeitig wollte er nationale Egoismen überwinden und zum Frieden und zur internationalen Verständigung beitragen. Die Jugend der Welt sollte sich bei sportlichen Wettkämpfen messen und sich nicht auf dem Schlachtfeld bekämpfen. Die Wiederbelebung der Olympischen Spiele schien in seinen Augen die beste Lösung zu sein, um beide Ziele zu erreichen.

     100-Meter-Lauf 1896 in AthenAn einem Kongress, der vom 16. bis 23. Juni 1894 in der Sorbonne-Universität von Paris stattfand, präsentierte er seine Ideen einer internationalen Zuhörerschaft. Am letzten Tag des Kongresses wurde beschlossen, dass die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 in Athen stattfinden sollten, also im Ursprungsland. Um die Spiele zu organisieren, erfolgte die Gründung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Erster Präsident war der Grieche Demetrius Vikelas, während de Coubertin zunächst als Generalsekretär amtierte.

      Die ersten Spiele der Neuzeit erwiesen sich als großer Erfolg. Obwohl weniger als 250 Athleten teilnahmen, waren die Spiele das größte sportliche Ereignis, das je seit der Antike stattgefunden hatte. Die griechischen Offiziellen waren vom Erfolg derart begeistert, dass sie den Vorschlag machten, die Spiele zukünftig immer in Griechenland stattfinden zu lassen. Doch das IOC entschied sich für eine Rotation zwischen verschiedenen Ländern.

 

 

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